Vergleich der Mobilfunknetze in München


Statistik:

Im Folgenden ist für alle Netzbetreiber die Anzahl der Basisstationen und in Klammern die Zahl der Zellen aufgeführt. Berücksichtigt werden dabei nur Standorte im Stadtgebiet von München und auch nur Basisstationen, die bereits in Betrieb sind. Sender, die zurzeit nicht aktiv sind, bleiben in den Tabellen enthalten, solang die Antennen noch nicht abgebaut sind, da eine Wiederinbetriebnahme jederzeit erfolgen kann.

GSM Telekom Vodafone Telefónica
GSM900 GSM900 GSM1800 E-GSM900 GSM1800
in den Messehallen und auf dem Messegelände 26 (49) 26 (49) 0 2 (6) 4 (5)
im Messe-Parkhaus und auf den Messe-Parkplätzen 5 (11) 8 (27) 1 (6) 1 (3) 2 (7)
im Olympiapark 2 (3) 11 (23) 4 (6) 2 (5) 0
in der Allianz-Arena und in der direkten Umgebung 6 (15) 6 (16) 0 4 (14) 0
in den U- und S-Bahntunnels sowie dazugehörigen Untergeschossen 43 (44) 43 (44) 0 36 (36) 4 (4)
in Straßentunnels und -unterführungen 7 (8) + 1R 8 (8) + 1R 0 3 (4) + 1R 3 (3) + 2R
sonstige Sender in Gebäuden 10 (12) + 10R 17 (21) + 5R 0 10 (14) + 3R 9 (12) + 2R
Mikrozellen 13 (13) 58 (70) 0 2 (2) 0
sonstige Sender 313 (930) 293 (874) 5 (15) 212 (633) 76 (219)
           
insgesamt 425 (1085) + 11R 470 (1132) + 6R 10 (27) 272 (717) + 4R 98 (250) + 4R

UMTS Telekom Vodafone Telefónica
1. Freq 2. Freq 1. Freq 1. Freq 2. Freq 3. Freq 4. Freq
in den Messehallen und auf dem Messegelände 25 (64) 25 (64) 26 (66) 22 (27) 22 (27) 20 (21) 20 (21)
im Messe-Parkhaus und auf den Messe-Parkplätzen 3 (8) 3 (8) 7 (19) 3 (12) 3 (12) 3 (12) 3 (12)
im Olympiapark 3 (8) 3 (8) 5 (13) 4 (11) 4 (11) 4 (11) 4 (11)
in der direkten Umgebung der Allianz-Arena (Sender in der Arena sind noch nicht erfasst) 4 (6) 4 (6) 5 (8) 5 (7) 5 (7) 5 (7) 4 (4)
in den U- und S-Bahntunnels sowie dazugehörigen Untergeschossen 43 (44) 43 (44) 43 (44) 71 (73) 71 (73) 71 (73) 71 (73)
in Straßentunnels und -unterführungen 6 (7) + 1R 6 (7) + 1R 6 (6) + 1R 5 (6) + 3R 5 (6) + 3R 1 (2) + 2R 1 (2) + 1R
sonstige Sender in Gebäuden 12 (16) + 4R 12 (16) + 4R 11 (15) + 6R 18 (24) + 6R 18 (24) + 6R 12 (14) + 6R 10 (12)
Mikrozellen 4 (4) 4 (4) 2 (2) 2 (2) 2 (2) 2 (2) 2 (2)
sonstige Sender 360 (1074) 356 (1063) 291 (868) 359 (1200) 359 (1200) 342 (1149) 305 (1002)
               
insgesamt 460 (1231) + 5R 456 (1220) + 5R 396 (1041) + 7R 489 (1362) + 9R 489 (1362) + 9R 460 (1291) + 8R 420 (1139) + 1R

LTE Telekom Vodafone Telefónica
LTE800 LTE900 LTE1800
1. Freq
LTE1800
2. Freq
LTE2600 LTE700 LTE800 LTE1800 LTE2100 LTE2600 LTE800 LTE1800 LTE2100 LTE2600
in den Messehallen und auf dem Messegelände 0 21 (43) 3 (9) 3 (9) 24 (61) 0 0 25 (46) 24 (60) 26 (65) 0 18 (22) 0 3 (8)
im Messe-Parkhaus und auf den Messe-Parkplätzen 0 4 (8) 3 (8) 3 (8) 2 (6) 0 1 (1) 5 (13) 7 (19) 7 (19) 1 (3) 0 1 (3) 1 (3)
im Olympiapark 1 (3) 0 1 (3) 1 (3) 3 (9) 0 2 (5) 1 (3) 5 (12) 2 (5) 2 (6) 4 (11) 2 (6) 0
in der direkten Umgebung der Allianz-Arena (Sender in der Arena sind noch nicht erfasst) 2(2) 4 (4) 5 (7) 5 (7) 5 (7) 0 5 (8) 5 (8) 5 (8) 0 0 5 (7) 0 4 (4)
in den U- und S-Bahntunnels sowie dazugehörigen Untergeschossen 0 36 (36) 43 (43) 0 0 0 0 43 (44) 43 (44) 0 0 70 (72) 0 1 (1)
in Straßentunnels und -unterführungen 0 2 (3) 4 (5) 2 (3) 0 0 4 (4) 1 (1) 6 (6) 0 1 (2) 1 (1) 0 0
sonstige Sender in Gebäuden 0 6 (7) + 1 R 9 (13) + 1R 4 (5) 11 (16) 0 2 (2) 1 (2) + 1R 9 (13) + 4R 6 (6) 0 11 (15) + 3R 3 (3) + 1R 4 (4)
Mikrozellen 0 0 0 0 41 (41) 0 3 (4) 1 (2) 1 (1) 13 (15) 0 1 (1) 0 2 (3)
sonstige Sender 25 (74) 219 (614) 398 (1192) 309 (923) 97 (290) 1 (3) 269 (804) 111 (332) 281 (838) 50 (149) 217 (647) 321 (962) 199 (596) 120 (359)
                             
insgesamt 28 (79) 292 (715) + 1R 466 (1280) + 1R 327 (958) 183 (430) 1(3) 286 (828) 193 (451) + 1R 381 (1001) + 4R 104 (259) 221 (658) 431 (1091) + 3R 205 (608) + 1R 135 (382)

verwendete Bandbreiten LTE700 LTE800 LTE900 LTE1800 1. Freq LTE1800 2. Freq LTE2100 LTE2600
Telekom - 10 MHz 5 MHz 20 MHz 10 MHz - 20 MHz
Vodafone 10 MHz 10 MHz - 20 MHz - 10 MHz 20 MHz
Telefónica - 10 MHz - 15 oder 20 MHz *) - 10 MHz 20 MHz
*) in der Regel 15 MHz; 20 MHz in Bereichen, wo kein GSM1800 mehr genutzt wird, insbesondere also in den äußeren Stadtteilen und Vororten sowie in Gebäuden

Stand: 7.6.2020 (Tabellen) bzw. 28.6.2020 (nachfolgender Text) R in den Tabellen steht für Repeater, Freq für Frequenzblock


Bei einem Vergleich von Mobilfunknetzen kommt es hauptsächlich auf zwei Punkte an:
Je mehr Sender ein Netz hat, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass es keine Funklöcher gibt. Am aussagekräftigsten ist bei einem Vergleich der drei Netze die Zahl der sonstigen Sender, da dann Sondereffekte wie z. B. Messegelände, Olympiapark, Allianz-Arena und Mikrozellen nicht mitgerecht werden. Die Abdeckung wird durch solche Sender in der Regel nämlich kaum verbessert.
Die verwendete Frequenz spielt insofern eine Rolle, dass Sender unter 1000 MHz besser in Gebäude eindringen können. Dementsprechend verwenden die Telekom und Vodafone nur noch 900 MHz für GSM. Bei Telefónica ist das auch größtenteils der Fall, aber es gibt immer noch einige GSM1800-Sender, die bis heute nicht umgebaut wurden, obwohl es sinnvoll wäre. Die Räumung von GSM im 1800-MHz-Band wurde von allen Netzbetreibern auch forciert, um diese Frequenzen für LTE nutzen zu können.
Die niedrigeren Frequenzen (unter 1000 MHz) haben allerdings den Nachteil, dass dort in der Regel weniger Bandbreite zur Verfügung steht, so dass bei LTE auch nicht so hohe Datenraten möglich sind. Insofern sind auch höhere LTE-Frequenzen sinnvoll, idealerweise kombiniert mit geringen Senderabständen.

Die Kapazität ist natürlich umso größer, je mehr Zellen ein Netz hat. Bei GSM-Sendern steigt die Kapazität allerdings auch noch mit der Zahl der pro Zelle verwendeten Kanäle. Diesen Wert zu ermitteln ist leider nicht ohne Weiteres möglich. GSM-Mikrozellen dienen bei der Telekom und Vodafone fast ausschließlich zur Kapazitätserhöhung an Orten mit hohem Sprachaufkommen. Allerdings nimmt deren Bedeutung mit dem weiteren Ausbau von UMTS und LTE immer mehr ab.
Bei UMTS ist die Kapazität in etwa proportional zur Anzahl der Zellen und der verwendeten Frequenzblöcke. Durch Einsatz mehrerer UMTS-Frequenzblöcke kann also die Kapazität eines Senders deutlich erhöht werden. Allerdings ist das Ende von UMTS bereits absehbar, da die Netzbetreiber immer mehr Bandbreite im 2100-MHz-Band von UMTS nach LTE umwidmen.
Auch bei LTE steigt die Kapazität linear mit der Zahl der Zellen, wobei allerdings zu beachten ist, dass die maximale Datenrate auch von der Bandbreite abhängig ist. Während zu Beginn des LTE-Ausbaus pro Standort in der Regel nur ein Band verwendet wurde, ist es inzwischen üblich, dass zwei oder mehr Frequenzblöcke genutzt werden, um höhere Kapazitäten zur Verfügung zu haben.


Nachdem sich bei der Mobilfunknutzung der Fokus immer mehr von der Sprachtelefonie zur Datenübertragung verlagert, spiegelt sich das auch beim Netzausbau wider. GSM-Sender wurden eine Zeit lang bei allen Netzbetreibern nicht mehr im großen Stil neu aufgebaut. Inzwischen werden aber Basisstationen verwendet, die technologieneutral sind, so dass eine teilweise oder vollständige Umwandlung von Frequenzen für LTE, die vorher für GSM oder UMTS genutzt wurden, problemlos möglich ist.
Da der Schwerpunkt schon seit einigen Jahren auf LTE liegt, haben neu aufgebaut Sender immer LTE (in der Regel mindestens zwei Frequenzblöcke) sowie häufig auch GSM. UMTS wird in letzter Zeit öfters weggelassen, da sein Ende schon absehbar ist.
Bestehende Standorte haben inzwischen bis auf wenige Ausnahmen alle LTE bekommen. Zusätzliche LTE-Frequenzblöcke werden von allen Netzbetreibern immer mal wieder nachgerüstet, um die Kapazitäten zu erhöhen.


Telekom:

Die Telekom liegt bei den sonstigen GSM-Basisstationen etwa gleichauf mit Vodafone, verwendet aber deutlich weniger Mikrozellen. Die GSM1800-Kanäle wurden früher auch schon eher selten genutzt und beschränkten sich fast ausschließlich auf Gebiete mit hohem Gesprächsaufkommen, wie z. B. Messegelände, Olympiastadion, Allianz-Arena und Innenstadt. Seit 2012 sind allerdings keine GSM1800-Sender mehr in Betrieb und diese Frequenzen werden vollständig für LTE genutzt.
Bei den UMTS-Sendern lagen die Telekom und Vodafone lange etwa gleichauf, inzwischen ist die Telekom aber vorn. An allen UMTS-Standorten werden beide Frequenzblöcke verwendet. Da die Telekom keinen dritten UMTS-Frequenzblock hat und somit die Kapazität nur durch den Bau zusätzlicher Sender erhöht werden kann, wurde schon relativ früh (Herbst 2010) mit dem LTE-Ausbau begonnen.
Hierbei setzte man von Anfang an auf ein relativ dichtes LTE1800-Netz mit 20 MHz Bandbreite. Später wurden auch einige LTE800-Sender zusätzlich in Betrieb genommen. Begonnen wurde damit Ende 2013 in der Innenstadt, seit dem Herbst 2015 auch in anderen Stadtteilen. LTE2600 wurde anfangs nur bei Mirozellen und Sendern in Gebäuden verwendet; seit dem Frühjahr 2015 werden zur Kapazitätserhöhung aber auch immer mehr normale LTE1800-Sender damit ergänzt. Seit 2017 werden nach und nach die GSM-Sender um LTE900 ergänzt und bei LTE1800-Standorten der zweite Frequenzblock aktiviert.


Vodafone:

Vodafone hat ungefähr gleich viele GSM-Basisstationen wie die Telekom, nutzte aber mehr GSM1800-Zellen, wobei deren Zahl im Laufe der Jahre wieder abnahm und inzwischen keiner mehr in Betrieb ist. Auch bei den Mikrozellen liegt Vodafone deutlich vorn, allerdings wurden einige in den letzten Jahren abgebaut, insbesondere wenn es in der Nähe eine normale Basisstation gibt. Hauptsächlich werden diese kleinen Sender in der Innenstadt sowie im Bereich der Theresienwiese (Oktoberfest) und des Olympiaparks verwendet. In den meisten Fällen sind die Mikrozellen-Antennen auf Litfaßsäulen installiert und die Technik ist dann im Inneren untergebracht.
Bei UMTS war die Zahl der Zellen lange vergleichbar mit der Telekom, inzwischen liegt Vodafone aber etwas zurück. Es wurden immer zwei Frequenzblöcke, bei fast allen Standorten auch der dritte genutzt. Im Sommer 2018 begann Vodafone damit, an UMTS-Standorten LTE2100 in Betrieb zu nehmen. Dafür wurde zu Beginn ein UMTS-Frequenzblock, ab Januar 2019 zwei für LTE genutzt. Nachdem die LTE2100-Inbetriebnahme inzwischen bis auf ganz wenige Standorte abgeschlossen ist, wird seit dem Frühjahr 2020 überall nur noch ein Frequenzblock für UMTS verwendet.
Mit dem LTE-Ausbau begann Vodafone im Frühjahr 2012 und setzt dabei hauptsächlich auf LTE800, das zwar eine hohe Reichweite, aber nur 10 MHz Bandbreite bietet. Zur Kapazitätserhöhung wird teilweise zusätzlich auch LTE2600 genutzt. Vereinzelt wird bei LTE-Sendern auch nur LTE2600 verwendet, z. B. bei Mikrozellen. Ab 2015 wurde auch LTE1800 genutzt. Zu Beginn betraf das nur GSM1800-Sender, die auf LTE1800 umgestellt wurden. Später wurden auch andere Standorte mit LTE1800 ergänzt und neue Sender gleich mit LTE800 und LTE1800 in Betrieb genommen. LTE2100 wird seit 2018 genutzt, in der Regel als Ergänzung zu weiteren LTE-Bändern. Vereinzelt ist das aber auch die einzige genutzte LTE-Frequenz, z. B. wenn ein Umbau des Standortes für andere Frequenzen nicht durchgeführt werden kann.


Telefónica:

Das Telefónica-Netz entstand durch die Zusammenlegung der ehemals getrennten Netze von E-Plus und O2 ab dem Sommer 2016. Im Frühjahr 2019 wurde der letzte E-Plus-Sender in München abgeschaltet, so dass die Konsolidierung damit formal abgeschlossen war, auch wenn viele Standorte bis heute noch nicht fertig umgebaut sind, z. B. fehlendes LTE.
Telefónica hat inzwischen fast so viele GSM-Basisstationen wie die Telekom oder Vodafone. Allerdings sind immer noch viele GSM1800-Sender in Betrieb, die sinnvollerweise eigentlich auf 900 MHz umgerüstet werden sollten. Zum einen wäre dadurch die Versorgung in Gebäuden besser, zum anderen verhindern diese GSM1800-Sender, dass LTE1800 mit mehr als 15 MHz Bandbreite genutzt werden kann.
Durch die Integration der ehemaligen E-Plus-Standorte liegt Telefónica bei der Zahl der UMTS-Sender deutlich vor der Telekom und Vodafone. Einige UMTS-Basisstationen nutzen sogar sechs statt der sonst üblichen drei Sektoren. Alle UMTS-Standorte verwenden zwei Frequenzblöcke, der Großteil drei und sehr viele auch vier. Allerdings wurden zuletzt bei vielen Neu- und Umbauten nur noch zwei Frequenzblöcke in Betrieb genommen und bei vielen früher umgebauten Sendern nachträglich der dritte und vierte UMTS-Frequenzblock wieder abgeschaltet.
O2 begann mit dem LTE-Ausbau im Sommer 2010 im Umfeld der Deutschland-Zentrale am Georg-Brauchle-Ring und nutzte dabei LTE2600, da LTE800 damals noch nicht in Städten verwendet werden durfte. Beim weiteren Ausbau ab dem Frühjahr 2012 setzte man dann wie Vodafone hauptsächlich auf LTE800, das seit dem Sommer 2015 vereinzelt auch um LTE2600-Sender zur Kapazitätserhöhung ergänzt wird. Mikrozellen und Sender in Gebäuden nutzen normalerweise ausschließlich LTE2600.
E-Plus fing erst im Frühjahr 2014 mit der LTE-Inbetriebnahme an, wobei LTE1800 mit 10 MHz Bandbreite verwendet wurde. Im Zuge der Übernahme durch Telefónica wurde der weitere Ausbau im Frühjahr 2015 gestoppt und alle LTE-Sender im Sommer 2016 abgeschaltet.
Im konsolidierten Telefónica-LTE-Netz wurde LTE1800 ab dem Sommer 2016 als Ergänzung zu LTE800 oder auch als einzige LTE-Frequenz verwendet. Seit dem Sommer 2018 wurden auch immer mehr LTE-Standorte um LTE2100 ergänzt.



letzte Änderung:    28.6.2020 zur Startseite ©    P. Scharl