Vergleich der Mobilfunknetze in München


Statistik:

Im Folgenden ist für alle Netzbetreiber die Anzahl der Basisstationen und in Klammern die Zahl der Zellen aufgeführt. Berücksichtigt werden dabei nur Standorte im Stadtgebiet von München und auch nur Basisstationen, die bereits in Betrieb sind. Sender, die zurzeit nicht aktiv sind, bleiben in den Tabellen enthalten, solang die Antennen noch nicht abgebaut sind, da eine Wiederinbetriebnahme jederzeit erfolgen kann.

GSM Telekom
GSM900
Telekom
GSM1800
Vodafone
GSM900
Vodafone
GSM1800
E-Plus
E-GSM900
E-Plus
GSM1800
Telefónica
E-GSM900
Telefónica
GSM1800
in den Messehallen und auf dem Messegelände 24 (43) 16 (32) 24 (43) 22 (23) 0 20 (23) 0 20 (21)
im Messe-Parkhaus und auf den Messe-Parkplätzen 6 (13) 1 (2) 9 (30) 2 (9) 0 1 (3) 0 2 (7)
im Olympiapark 2 (3) 0 11 (23) 5 (9) 0 0 0 4 (11)
in der Allianz-Arena und in der direkten Umgebung 5 (14) 1 (8) 6 (16) 1 (8) 0 4 (17) 2 (2) 2 (11)
in den U- und S-Bahntunnels sowie dazugehörigen Untergeschossen 43 (44) 0 43 (44) 0 0 5 (5) 36 (36) 6 (6)
in Straßentunnels und -unterführungen 8 (9) + 1R 0 8 (8) + 1R 0 0 1 (1) + 1R 0 5 (6) + 4R
sonstige Sender in Gebäuden 8 (10) + 9R 0 17 (21) + 4R 0 0 5 (5) + 6R 4 (4) + 1R 17 (25) + 2R
Mikrozellen 15 (15) 0 59 (72) 0 0 0 0 2 (2)
sonstige Sender 282 (838) 2 (6) 288 (860) 11 (33) 21 (63) 47 (135) 119 (349) 165 (483)
                 
insgesamt 393 (989) + 10R 20 (48) 465 (1117) + 5R 41 (82) 21 (63) 83 (189) + 7R 161 (391) + 1R 223 (572) + 6R
Telefónica enthält altes O2-Netz und neues konsolidiertes Netz

UMTS Telekom
1. Freq
Telekom
2. Freq
Vodafone
1. Freq
Vodafone
2. Freq
Vodafone
3. Freq
E-Plus
1. Freq
E-Plus
2. Freq
E-Plus
3. Freq
E-Plus
4. Freq
Telefónica
1. Freq
Telefónica
2. Freq
Telefónica
3. Freq
Telefónica
4. Freq
in den Messehallen und auf dem Messegelände 23 (58) 23 (58) 24 (60) 24 (60) 24 (60) 7 (18) 7 (18) 0 0 20 (21) 20 (21) 20 (21) 20 (21)
im Messe-Parkhaus und auf den Messe-Parkplätzen 4 (11) 4 (11) 8 (22) 8 (22) 8 (22) 1 (3) 1 (3) 0 0 1 (3) 1 (3) 1 (3) 0
im Olympiapark (ohne Sender auf dem Olympiaturm) 3 (8) 3 (8) 5 (13) 5 (13) 4 (10) 0 0 0 0 4 (11) 4 (11) 4 (11) 0
in der direkten Umgebung der Allianz-Arena (Sender in der Arena sind noch nicht erfasst) 4 (6) 4 (6) 5 (8) 5 (8) 5 (8) 3 (5) 3 (5) 0 0 3 (5) 3 (5) 3 (5) 2 (2)
in den U- und S-Bahntunnels sowie dazugehörigen Untergeschossen 43 (44) 43 (44) 43 (44) 43 (44) 43 (44) 5 (5) 5 (5) 5 (5) 5 (5) 68 (69) 68 (69) 68 (69) 60 (60)
in Straßentunnels und -unterführungen 6 (7) + 1R 6 (7) + 1R 6 (6) + 1R 6 (6) + 1R 3 (3) + 1R 1 (1) 0 0 0 4 (5) + 3R 4 (5) + 3R 1 (2) + 1R 0
sonstige Sender in Gebäuden 10 (14) + 3R 10 (14) + 3R 11 (15) + 5R 11 (15) + 5R 10 (14) + 5R 5 (5) + 3R 5 (5) + 3R 0 0 15 (19) + 3R 15 (19) + 3R 10 (11) + 3R 2 (2)
Mikrozellen 3 (3) 3 (3) 2 (2) 2 (2) 2 (2) 0 0 0 0 7 (7) 2 (2) 2 (2) 0
sonstige Sender 330 (985) 330 (985) 296 (884) 296 (884) 296 (884) 65 (184) 64 (181) 14 (42) 14 (42) 331 (1143) 331 (1143) 298 (1041) 188 (634)
                           
insgesamt 426 (1136) + 4R 426 (1136) + 4R 400 (1054) + 6R 400 (1054) + 6R 395 (1047) + 6R 87 (221) + 3R 85 (217) + 3R 19 (47) 19 (47) 453 (1283) + 6R 448 (1278) + 6R 407 (1165) + 4R 272 (719)
Telefónica enthält altes O2-Netz und neues konsolidiertes Netz

LTE Telekom
LTE800
Telekom
LTE1800
Telekom
LTE2600
Vodafone
LTE800
Vodafone
LTE1800
Vodafone
LTE2600
Telefónica
LTE800
Telefónica
LTE1800
Telefónica
LTE2600
in den Messehallen und auf dem Messegelände 0 1 (3) 21 (53) 0 1 (1) 24 (59) 0 0 1 (2)
im Messe-Parkhaus und auf den Messe-Parkplätzen 0 4 (11) 3 (9) 1 (1) 5 (13) 7 (19) 0 0 1 (3)
im Olympiapark 1 (3) 1 (3) 3 (9) 1 (2) 0 2 (5) 2 (6) 0 0
in der direkten Umgebung der Allianz-Arena (Sender in der Arena sind noch nicht erfasst) 0 5 (7) 1 (1) 5 (8) 5 (8) 0 0 2 (2) 2 (2)
in den U- und S-Bahntunnels sowie dazugehörigen Untergeschossen 0 41 (41) 0 0 36 (36) 0 0 60 (60) 1 (1)
in Straßentunnels und -unterführungen 0 3 (4) 0 3 (3) 0 0 1 (2) 0 0
sonstige Sender in Gebäuden 0 5 (8) 7 (12) 2 (2) 0 6 (6) 0 3 (3) 3 (3)
Mikrozellen 0 0 17 (17) 3 (4) 0 13 (15) 0 0 1 (1)
sonstige Sender 23 (69) 349 (1046) 65 (195) 247 (739) 52 (155) 39 (117) 170 (507) 179 (537) 49 (145)
                   
insgesamt 24 (72) 409 (1123) 117 (296) 262 (759) 99 (213) 91 (221) 173 (515) 244 (602) 58 (157)
Telefónica enthält altes O2-Netz und neues konsolidiertes Netz
verwendete Bandbreiten:
Telekom: LTE800: 10 MHz, LTE1800 und LTE2600: 20 MHz
Vodafone: LTE800: 10 MHz, LTE1800 und LTE2600: 20 MHz
Telefónica: LTE800: 10 MHz, LTE1800: 10 MHz (an einigen Standorten noch 5 MHz), LTE2600: 20 MHz

Stand: 1.10.2017 (Tabellen) bzw. 5.3.2016 (nachfolgender Text) R in den Tabellen steht für Repeater, Freq für Frequenzblock


Bei einem Vergleich von Mobilfunknetzen kommt es hauptsächlich auf zwei Punkte an:
Je mehr Sender ein Netz hat, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass es keine Funklöcher gibt. Am aussagekräftigsten ist bei einem Vergleich der vier Netze die Zahl der sonstigen Sender, da dann Sondereffekte wie z. B. Messegelände, Olympiapark, Allianz-Arena und Mikrozellen nicht mitgerecht werden. Die Abdeckung wird durch solche Sender in der Regel nämlich kaum verbessert.
Die verwendete Frequenz spielt zwar eine Rolle, aber bei geringen Senderabständen können auch höhere Frequenzen sinnvoll verwendet werden. Deshalb werden bei E-Plus und O2 die E-GSM900-Frequenzen im Gegensatz zu ländlichen Gebieten bisher seltener einsetzen. Es ist aber davon auszugehen, dass alle Netzbetreiber in Zukunft für GSM nur noch das 900-MHz-Band verwenden werden, da die Frequenzen bei 1800 MHz für LTE genutzt werden soll. Bei der Telekom ist das bereits jetzt der Fall.
LTE800 hat natürlich eine höhere Reichweite als LTE1800 oder gar LTE2600. Bei geringen Senderabständen ist die Frequenz aber nicht ganz so entscheidend.

Die Kapazität ist natürlich umso größer, je mehr Zellen ein Netz hat. Bei GSM-Sendern steigt die Kapazität allerdings auch noch mit der Zahl der pro Zelle verwendeten Kanäle. Diesen Wert zu ermitteln ist leider nicht ohne Weiteres möglich. GSM1800-Sender und Mikrozellen dienen bei der Telekom und Vodafone fast ausschließlich zur Kapazitätserhöhung an Orten mit hohem Sprachaufkommen. Allerdings nimmt deren Bedeutung mit dem weiteren Ausbau von UMTS und LTE immer mehr ab.
Bei UMTS ist die Kapazität in etwa proportional zur Anzahl der Zellen und der verwendeten Frequenzblöcke. Durch Einsatz mehrerer UMTS-Frequenzblöcke kann also die Kapazität eines Senders deutlich erhöht werden, sofern die Anbindung an das Kernnetz ausreichend dimensioniert ist.
Auch bei LTE steigt die Kapazität linear mit der Zahl der Zellen. Zu beachten ist aber, dass Sender mit 20 MHz Bandbreite eine doppelt so hohe Kapazität wie solche mit 10 MHz haben.


Nachdem sich bei der Mobilfunknutzung der Fokus immer mehr von der Sprachtelefonie zur Datenübertragung verlagert, spiegelt sich das auch beim Netzausbau wider. GSM-Sender werden bei allen vier Netzbetreibern nicht mehr im großen Stil neu aufgebaut. Zwar werden ab und zu noch neue GSM-Basisstationen in Betrieb genommen, aber oft sind diese dann nur Ersatz für Sender in der Nähe, die abgebaut werden müssen.
Neue Sender nutzen also in der Regel UMTS und/oder LTE, um das steigende Datenaufkommen bewältigen zu können. In der Regel werden diese Sender dann gleich mit mehreren UMTS-Frequenzblöcken in Betrieb genommen. Daneben werden an den bestehenden Sendern zur Kapazitätserhöhung weitere Frequenzblöcke nachgerüstet; bei den meisten Standorten sind aber bereits alle verfügbaren UMTS-Frequenzblöcke in Betrieb.
Inzwischen setzen alle Netzbetreiber auch stark auf LTE, womit noch höhere Datenraten als bei UMTS möglich sind. Deshalb werden neue Basisstationen sehr oft gleich mit LTE aufgebaut und bestehende Standorte damit nachgerüstet. Teilweise werden zur Kapazitätserhöhung auch schon mehrere LTE-Frequenzen pro Standort verwendet.


Telekom:

Die Telekom liegt bei den sonstigen GSM-Basisstationen etwa gleichauf mit Vodafone, verwendet aber deutlich weniger Mikrozellen. Die GSM1800-Kanäle wurden früher auch schon eher selten genutzt und beschränkten sich fast ausschließlich auf Gebiete mit hohem Gesprächsaufkommen, wie z. B. Messegelände, Olympiastadion, Allianz-Arena und Innenstadt. Seit 2012 sind allerdings alle GSM1800-Sender abgebaut oder zumindest abgeschaltet, da die Frequenzen inzwischen für LTE genutzt werden.
Auch bei den UMTS-Sendern liegen die Telekom und Vodafone etwa gleichauf. An allen UMTS-Standorten werden beide Frequenzblöcke verwendet. Da die Telekom keinen dritten UMTS-Frequenzblock hat und somit die Kapazität nur durch den Bau zusätzlicher Sender erhöht werden kann, wurde schon relativ früh (Herbst 2010) mit dem LTE-Ausbau begonnen.
Hierbei setzte man von Anfang an auf ein relativ dichtes LTE1800-Netz mit 20 MHz Bandbreite. Später wurden auch einige LTE800-Sender zusätzlich in Betrieb genommen. Begonnen wurde damit Ende 2013 in der Innenstadt, seit Herbst 2015 auch in anderen Stadtteilen. LTE2600 wurde anfangs nur bei Mirozellen und Sendern in Gebäuden verwendet; seit Frühjahr 2015 werden zur Kapazitätserhöhung aber auch immer mehr normale LTE1800-Sender damit ergänzt.


Vodafone:

Vodafone hat ungefähr gleich viele GSM-Basisstationen wie die Telekom, nutzt aber mehr GSM1800-Zellen, wobei deren Zahl seit einigen Jahren wieder abnimmt. Auch bei den Mikrozellen liegt Vodafone deutlich vorn, allerdings wurden einige in den letzten Jahren abgebaut, insbesondere wenn es in der Nähe eine normale Basisstation gibt. Hauptsächlich werden diese kleinen Sender in der Innenstadt sowie im Bereich der Theresienwiese (Oktoberfest) und des Olympiaparks verwendet. In den meisten Fällen sind die Mikrozellen-Antennen auf Litfaßsäulen installiert und die Technik ist dann im Inneren untergebracht.
Bei UMTS ist die Zahl der Zellen vergleichbar mit der Telekom. Es wird allerdings überall der zweite, an einem Großteil der Standorte auch der dritte Frequenzblock genutzt.
Mit dem LTE-Ausbau begann Vodafone im Frühjahr 2012 und setzt dabei hauptsächlich auf LTE800, das zwar eine hohe Reichweite, aber nur 10 MHz Bandbreite bietet. Zur Kapazitätserhöhung wird teilweise zusätzlich auch LTE2600 genutzt. Vereinzelt wird bei LTE-Sendern auch nur LTE2600 verwendet, z. B. bei Mikrozellen.


E-Plus:

E-Plus hat etwa 30% weniger GSM-Basisstationen als die Telekom oder Vodafone. Die E-GSM-Frequenzen werden ausschließlich als Ergänzung von GSM1800-Sendern verwendet. Fast alle Basisstationen, die seit 2006 neu aufgebaut wurden, nutzen dabei beide GSM-Frequenzbänder. Auch viele ältere GSM1800-Sender wurden mit E-GSM nachgerüstet.
Bei UMTS nutzte E-Plus zu Beginn fast nur die beiden über 100 Meter hohen Standorte Olympiaturm und Central Tower mit 18 bzw. 9 Sektoren sowie ein paar wenige normale UMTS-Sender. Inzwischen wurde das Netz durch weitere Sender auf niedrigeren Gebäuden ergänzt, aber die Zellenanzahl ist immer noch deutlich niedriger als bei der Telekom und Vodafone. Der zweite Frequenzblock wird mittlerweile an fast allen Standorten genutzt; öfters wird auch der dritte und vierte verwendet.
E-Plus begann erst im Frühjahr 2014 mit der LTE-Inbetriebnahme, wobei LTE1800 mit 10 MHz Bandbreite verwendet wird. Im Zuge der Übernahme durch Telefónica wurde der weitere LTE-Ausbau seit Frühjahr 2015 nicht mehr nennenswert fortgeführt.


O2:

O2 hat ungefähr 20% weniger GSM-Basisstationen als die Telekom oder Vodafone, aber damit noch etwas mehr als E-Plus. Bei O2 werden die E-GSM-Frequenzen nur sehr vereinzelt eingesetzt. Einige Sender hat man 2006 komplett von 1800 auf 900 MHz umgerüstet. Erst 2009 wurden dann noch eine paar weitere Sender am Stadtrand umgestellt. Ansonsten nutzt man E-GSM inzwischen auch als Ergänzung zu GSM1800-Sendern zur Kapazitätserhöhung, teilweise auch nur auf einzelnen Sektoren. Seit 2006 neu aufgebaute Basisstationen verwenden in der Regel weiterhin nur 1800 MHz.
Bei der Zahl der UMTS-Sender liegt O2 etwa gleichauf mit Telekom oder Vodafone und somit deutlich vor E-Plus. Der zweite Frequenzblock wird an nahezu allen Standorten verwendet und auch der dritte ist inzwischen sehr häufig im Einsatz. Seit 2012 baut O2 zur Kapazitätsverdopplung immer mehr bestehende UMTS-Basisstationen von drei auf sechs Sektoren um.
O2 begann mit dem LTE-Ausbau im Sommer 2010 im Umfeld der Deutschland-Zentrale am Georg-Brauchle-Ring und nutzte dabei LTE2600, da LTE800 damals noch nicht in Städten verwendet werden durfte. Beim weiteren Ausbau ab dem Frühjahr 2012 setzte man dann wie Vodafone hauptsächlich auf LTE800, das seit Sommer 2015 vereinzelt auch um LTE2600-Sender zur Kapazitätserhöhung ergänzt wird. Mikrozellen und Sender in Gebäuden nutzen normalerweise ausschließlich LTE2600.



letzte Änderung:    1.10.2017 zur Startseite ©    P. Scharl